Die Gründung der

Wittener Bürger Gemeinschaft

 WBG

Vorgeschichte

 

Nach der Gründung der WBG verbreitete die Wittener Presse immer wieder, dass sie, die WBG, eine Abspaltung der CDU sei. Diese Behauptung ist objektiv falsch. Blättert man die Unterlagen zur Geschichte der WBG durch, ergibt sich sehr rasch, dass das zitierte Urteil allen widerspricht, was quellenmäßig belegbar ist, und daher objektiv falsch ist.

Die Gründungsmitglieder Thomas Karpowicz, Ratsmitglieder Siegfried Nimsch und Bernd Wittke waren ehemals Mitglieder der CDU. In der CDU-Witten kam es nach der Wahl von Michael Hasenkamp (1996) zum Vorsitzenden des Stadtverbandes der CDU zu erheblichen politischen Differenzen. Siegfried Nimsch, der damals Fraktionsvorsitzender der CDU-Fraktion im Rat der Stadt Witten war, trat von seiner Funktion zurück. Die politischen Auseinandersetzungen in der CDU eskalierten Ende 1998. Als der CDU Kreisverband Ennepe-Ruhr mit Schreiben vom 27.11.1998 Siegfried Nimsch mit einem Parteiausschlussverfahren drohte, trat dieser am 06. Dezember 1998 aus der CDU-Fraktion und dem CDU Stadtverband Witten aus.

Noch im selben Monat traten die Ratsmitglieder Ilka Kirchhoff, Heinz-Willi Klinkhammer,

Peter Lux, Hannelore Nimsch und Bernd Wittke ebenfalls  aus der CDU-Fraktion und dem CDU-Stadtverband aus. Weitere Mitglieder der CDU folgten diesen Austritten.

Die ehemaligen CDU-Ratsmitglieder behielten ihr Mandat und gründeten am 20.12.1998 die neue Ratsfraktion „Bürger für Witten“. Der fraktionslose sachkundige Bürger Thomas Karpowicz wurde durch einstimmigen Beschluss in die Fraktion aufgenommen.   

Gründungsphase der WBG

Die Mitglieder der Ratsfraktion „Bürger für Witten“ hatten schon am Anfang ihres Bestehens beschlossen, in dieser Form nur bis zur Kommunalwahl 1999 bestehen zu bleiben.  Ein Antreten zur Kommunalwahl sollte es nicht geben. Thomas Karpowicz, Siegfried Nimsch und Bernd Wittke waren bereit, eine Wählergemeinschaft zu bilden, die auch zur Kommunalwahl im September 1999 antreten sollte.

Siegfried Nimsch nahm Anfang 1999 Kontakt zu Klaus Gorbahn und Manfred Gennat auf. Beide waren bereit, eine Wählergemeinschaft zu Gründen und hatten auch bereits in ihrem Kreis interessierte Wittener Bürgerinnen und Bürger aufgenommen. Beide Gruppierungen schlossen sich mit dem Ziel zusammen, eine gemeinsame Freie Wählergemeinschaft zu gründen. Weitere  Wittener Bürgerinnen und Bürger zeigten Interesse an einer politischen Arbeit. So meldeten sich Oliver Rabe, Hans-Peter Müller, Gerd Gaidies, Sascha Schilling, Prof. Schoppmeyer und einige Andere und stießen zu der kleinen Gruppe.

In vielen Gesprächen und Zusammenkünften wurde die
Grundidee und der Zweck dieser Wählergemeinschaft entwickelt.  „ Die Wählergemeinschaft sollte ein Zusammenschluss von parteiunabhängigen Bürgerinnen und Bürger mit z.T. unterschiedlicher politischer Vergangenheit sein. Als Ziel wurde ausgegeben, dass die

Wählergemeinschaft sich unabhängig von Parteien konsequent im Interesse der Bürger kompetent auf Sachprobleme konzentrieren sollte.“

Die Gruppe traf sich öfters in der Gaststätte Specht zu politischen  Gesprächen, Weiterentwicklung der politischen  Ziele, Satzungsentwürfen und politischen Programmen. Die Gruppe hatte erkannt, dass die zunehmende Dogmatisierung und Erstarrung des Wittener Parteispektrums den Unwillen der parteilich nicht gebundenen Bürgerschaft erregte. Der Ärger über die sich seit 1996 häufenden Fälle von Missmanagement unter Bürgermeister Klaus Lohmann als politisch verantwortlicher Kopf der Stadtspitze hatte das Blut vieler Bürgerinnen und Bürger mächtig in Wallung gebracht. Damit war die formelle Geburt einer pragmatisch handelnden Bürgergruppe nahezu das Gebot der Stunde.

Für den 19. April 1999 lud man unter dem Briefkopf „Gruppe Wittener Bürger“ die Ortspresse und Radio EN zu einem Pressegespräch ins Haus Gräfe, Hauptstr. 49, ein. Bei diesem Pressegespräch vertraten der Installateur Gennat, der Lehrer Gorbahn, der Polizeibeamte Nimsch und der Rechtsanwalt Schilling die Bürgergruppe als informelle Sprecher. Außer Nimsch waren alle anderen politisch unbeschriebene Blätter.  

Gründung der WBG und Tätigkeit bis zur Kommunalwahl am 12. September 1999

Am 01. Juni 1999 fand die Gründungsversammlung der  WBG, auf diesen Namen hatte man sich in den Vorgesprächen geeinigt, um 19.00 Uhr im  Hotel Specht, Westfalenstr. 104, statt.

Von den  23 Personen, die zur Gründungsversammlung erschienen waren, traten 14 Personen der WBG bei.

Wesentliche Tagesordnungspunkte waren die Verabschiedung der Satzung und die Wahl des Vorstandes. Rund 75 Minuten lang wurde über den Satzungsentwurf diskutiert. Grundlegende Meinungsverschiedenheiten gab es so gut wie nicht, auch wenn Änderungsanträge angenommen oder abgelehnt wurden. 14 Personen unterschrieben die angenommene Satzung und wurden somit Mitglieder der WBG. (Es handelte sich um: Klaus Gorbahn, Sascha Schilling, Manfred Gennat, Frau U. Schoppmeyer, H.-P. Müller, Gerhard Gaidis, Michael Kretschmann, Oliver Rabe, Bernd Wittke, Siegfried Nimsch, Gregor Kalis, Uli Kobbeloer, W.Schaeffer).

Die 14 Gründungsmitglieder wählten nach der Verabschiedung der Satzung ihren ersten Vorstand:

1. Vorsitzender Sascha Schilling, 2. Vorsitzender Siegfried Nimsch, Geschäftsführer Klaus Gorbahn, Schatzmeister Manfred Gennat, Beisitzer Gerhard Gaidies, Gregor Kalies, Hans-Peter Müller und Uli Kobbeloer, Kassenprüfer W. Schaeffer, Bernd Wittke, stellv. Kassenprüfer O. Rabe. (Auch an der Wahl des Vorstandes wird deutlich, dass die WBG keine Absplitterung der CDU ist. Nur Siegfried Nimsch war ehemaliges CDU-Mitglied.)

Die Wählergemeinschaft Ennepe-Ruhr , der Kreisverband der Wählergemeinschaften im Ennepe-Ruhr-Kreis, hat am 09. Juni 1999 im Casino Breddestr. die Kandidaten für den Kreistag gewählt. Die WBG besetzte alle Direktmandate und auf der Reserveliste wurden auf Platz 3 Siegfried Nimsch und auf Platz 6 Klaus Gorbahn gewählt. Die Vertreter der Wählergemeinschaft Ennepe-Ruhr unterliegen als „freie“ Abgeordnete, wie auch in der WBG, keinem Fraktionszwang.

Am 15. Juni 1999 fand die ordentliche Mitgliederversammlung zur Bestimmung der Kandidaten für die Kommunalwahl am 12. September 1999 im Hotel Specht, Westfalenstr. 104 statt. Es wurden alle Direktkandidaten für die 29 Wahlbezirke gewählt. Ebenfalls gewählt wurden 20 Kandidaten für die Reserveliste. Die Plätze 1 bis 5 belegten hier Sascha Schilling, Siegfried Nimsch, Klaus Gorbahn, Thomas Karpowicz und Oliver Rabe.

 Nachdem die Formalitäten zur Gründung der WBG und der Aufstellung der Kandidaten zur Kommunalwahl und Kreistagwahl erfolgreich abgeschlossen waren, konnte sich die WBG auf ein Wahlprogramm und auf den Wahlkampf konzentrieren.

Finanziell musste die WBG im Wahlkampf zurückstecken. Trotzdem war sie mit Wahlplakaten im Stadtbild vertreten. Auch die Wittener Presse brachte immer wieder Artikel über die WBG. So wurde unter der Überschrift „Zwei Freunde bekämpfen die Ignoranz“ ein Bericht über den jüngsten Kandidaten (18 Jahre) Gregor Kalis und den ältesten Kandidaten (70 Jahre) Herbert Neisecke der WBG gebracht. Beide wohnen in derselben Straße und haben ein Ziel: „Die absolute Mehrheit der SPD zu brechen“.

Der 12. September 1999 war der Tag der Wahrheit.

Ihr 1. Ziel, die absolute Mehrheit der SPD zu brechen, hatte die WBG erreicht. Die SPD erlebte ein „Waterloo“ und erreichte nur 40,87 % der abgegebenen Stimmen. Mit stolzen 7,21 % der abgegeben Stimmen erreichte die WBG ein unglaublich gutes Ergebnis. Innerhalb von 3 Monaten konnte die WBG die Wähler von ihren politischen Vorstellungen überzeugen.

Die Kandidaten Sascha Schilling, Siegfried Nimsch, Klaus Gorbahn und Thoma Karpowicz zogen in den Rat ein und bildeten die Fraktion WBG. Am 21.09.1999 wurde Siegfried Nimsch zum Fraktionsvorsitzenden gewählt.

Die Wahl der Kandidaten zum Kreistag erbrachte für die Wähler Gemeinschaft Ennepe-Ruhr (WGER) in Witten ein gutes Ergebnis von 6,10 %. Leider reichte das Gesamtergebnis für den Kreis nicht, um unseren Kandidaten Siegfried Nimsch, der den Listenplatz 3 belegte, in den Kreistag zu bringen. 2 Mitglieder der WGER zogen in den Kreistag ein. Auch im Kreis verlor die SPD  mit 42,89 % der abgegebenen Stimmen die absolute Mehrheit

Die weitere Entwicklung der WBG ist aus den Protokollen der Vorstandssitzungen und der Mitgliederversammlungen zu ersehen. Es war nur beabsichtigt, die Entstehung und Gründungsphase der WBG zu dokumentieren. Auch die Rede von Prof. Schoppmeyer zum 10jährigen Bestehen der WBG gibt einen Einblick auf die Entstehungsjahre der WBG.

Witten, den 28.05.2015

Siegfried Nimsch

 

        

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